BioEnergie Bittelbronn eG - Energie aus Feld und Wiese

Idyllisch im Zollernalbkreis, am Rande des wunderschönen Eyachtals gelegen, befindet sich Bittelbronn – ein Teilort von Haigerloch. Hier treffen Tradition und Moderne aufeinander. Was den kleinen Ort von vielen anderen unterscheidet, ist der zukunftsorientierte Blick und das herausragende Engagement der Einwohner. So hat der heutige Pensionär Erich Volm 2009 gemeinsam mit elf anderen Bürgern eine Bioenergie-Genossenschaft gegründet. Ihr Ziel: Aktiv einen Beitrag gegen die Erderwärmung leisten, und zwar durch den Aufbau eines Nahwärmenetzes, das den Ort mit Strom und Wärme aus Biomasse versorgt. Wieso Biomasse? Sie ist die vielseitigste aller erneuerbarer Energien. Ihre Vorteile liegen auf der Hand: Sie schont knapper werdende fossile Brennstoffe, und es wird nicht mehr Kohlendioxid freigesetzt, als die Pflanzen zuvor aufgenommen haben. Damit trägt Biomasse in erheblichem Maße zum Klimaschutz bei.

Erich Volm und seine Mitstreiter waren sich schnell einig, dass das der beste Weg sei, das Dorf mit Strom und Wärme zu versorgen. Denn auch die Rahmenbedingungen dafür sind ideal: Die Region ist ländlich geprägt. Das Biomassepotenzial ist daher groß, es gibt ausgedehnte Wälder und viel Landwirtschaft. Zudem liegen die Gebäude im Ort so dicht beisammen, dass ein Wärmenetz sinnvoll betrieben werden kann. Der Nutzen des Bioenergiekonzepts ist hoch: Bioenergiedörfer sparen Energiekosten, Wertschöpfung und Arbeitsplätze bleiben in der Region, etwa in der Forst- und Landwirtschaft.

Das Prinzip im Detail: Mais, Gras, Sonnenblumen, Gülle und Co. werden in einem Faulbehälter zum Gären gebracht. Dabei entsteht Methangas, mit dem anschließend in einem Blockheizkraftwerk Strom und Wärme erzeugt wird. Den Strom speist die Genossenschaft in das öffentliche Stromnetz ein, die Wärme wird über ein Nahwärmenetz zur Beheizung der Häuser und der Erwärmung von Trinkwasser genutzt. Um den Traum vom „Bioenergiedorf“ zu verwirklichen, bekam die Bürgerinitiative nur von wenigen Seiten Unterstützung: Vom Bau-, Wasserwirtschafts- und Gewerbeaufsichtsamt des Landrats-amtes Zollernalb und von der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg. „Nur dank dieser zuverlässigen Partner konnten wir unser Bioenergie-Projekt realisieren“, so Volm. „Die Bürgschaftsbank hat uns beispielsweise bei der Erweiterung unserer Lagerkapazitäten durch den Bau einer Trocknungsanlage unterstützt. Andere Behörden und Institutionen legten uns viele Steine in den Weg.“

Nach mehreren Erweiterungsarbeiten hat die Bioenergie-Anlage heute eine durchschnittliche Leistung von 780 Kilowatt pro Stunde. Außerdem ist sie an die Bundesnetzagentur angeschlossen. Circa 125 Häuser von rund 180 im Ort werden mittlerweile über das Netz mit Strom und Wärme versorgt, unter anderem mehrere Niedrigenergiehäuser. Die Genossenschaft zählt inzwischen 300 Mitglieder und hat zwölf Landwirte aus der Region mit einer Fläche von insgesamt rund 400 Hektar unter Vertrag. Ein voller Erfolg also. Für Erich Volm ist und bleibt die Arbeit in der Genossenschaft eine echte Herzensangelegenheit, denn „Klimaschutz geht uns alle an“.

BioEnergie Bittelbronn eG

Beteiligte: Volksbank Herrenberg-Nagold-Rottenburg l Bürgschaftsbank Baden-Württemberg
Finanziert mit: Hausbank-Darlehen mit 50-prozentiger Bürgschaft

2009 gegründet l 300 Mitglieder
www.bioenergie-bittelbronn.de

Zurück

Bürgschaftsbank.de verwendet Cookies. Mehr informationen Schließen