29.09.2015

Jetzt neu: Bürgschaften für die regionale Landwirtschaft

Agrar-Bürgschaften ermöglichen Invetitionen in artgerechte Tierhaltung. Foto: Fotolia

Landwirte, Fischzüchter, Forstwirte und Gartenbauer können jetzt für ihre Investitionen „Agrar-Bürgschaften“ von der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg bekommen. Das Geld kommt aus COSME – dem EU-Programm für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Dank der „Agrar-Bürgschaften“ stehen bundesweit in den nächsten drei Jahren 670 Millionen Euro für Investitionen zur Verfügung.

„Wer eine moderne und starke Landwirtschaft mit regional erzeugten Lebensmitteln und Pflanzen will, muss den Betrieben Wachstum durch Kredite ermöglichen“, sagt Guy Selbherr, Vorstand der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg. „Mit den ‚Agrar-Bürgschaften‘ können wir jetzt ab 1. Oktober Landwirte und Gärtner bei ihren Investitionen unterstützen.“

In der gewerblichen Wirtschaft üblich – jetzt auch bundesweit für Landwirte!
Anders als für gewerbliche Unternehmen und die freien Berufe gab es bundesweit bis dato kein Bürgschaftsangebot für die Landwirtschaft. Nur die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg konnte bis Ende 2013 im Rahmen des Agrarinvestitionsförderprogramms fehlende Sicherheiten mit ihren Bürgschaften ausgleichen. Aufgrund des enorm gestiegenen Technisierungsgrads steigen die Investitionskosten der Landwirte kräftig. Dafür brauchen sie zusätzliche Sicherheiten.

„Wir sind stolz auf ein leistungsfähiges Bürgschaftsprogramm für unsere regionale Landwirtschaft in Baden-Württemberg“, sagt der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Alexander Bonde, zum Programmstart. Landwirte, Staudengärtner sowie Obst- und Gemüsebauern seien investitionsbereit. Bonde weiter: „Die Betriebe stehen im internationalen Wettbewerb und somit vor großen Herausforderungen. Sie brauchen Zugang zu Investitionen. Denn sie schaffen Werte, Arbeitsplätze und sorgen für regional erzeugte Produkte, die die Verbraucherinnen und Verbraucher lieben.“

„Die neuen ‚Agrar-Bürgschaften‘ machen unser Angebot für landwirtschaftliche Betriebe noch attraktiver, da sie den finanziellen Spielraum der Unternehmen verbessern. Durch die Risikoübernahme ermöglichen die Bürgschaften Kredite, wo Sicherheiten fehlen. Hiervon profitieren nicht zuletzt auch die Hausbanken“, sagt Dr. Axel Nawrath, Vorsitzender des Vorstands der L-Bank.

Wie kommen Betriebe an „Agrar-Bürgschaften“?
Bei Bürgschaften gilt das Hausbank-Prinzip. Im ersten Schritt stellen die Unternehmer ihr Investitionsprojekt ihrer Hausbank vor. Die Hausbank fordert das Geld bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank an; in Baden-Württemberg zusätzlich bei der L-Bank. Die Hausbanken bekommen 60 Prozent Bürgschaft und die Betriebe eine kurzfristige Kreditentscheidung. Bestehende Unternehmen und Nachfolger erhalten maximal 1 Million Euro Kredit; Existenzgründer höchstens 500.000 Euro.

Die Mittel für die „Agrar-Bürgschaften“ kommen aus dem EU-Programm COSME, das vom Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) der Europäischen Kommission gefördert wird. Die Rückbürgschaft des Europäischen Investitionsfonds (EIF) für die „Agrar-Bürgschaften“ soll ein Kreditvolumen von rund 670 Millionen Euro ermöglichen.

Das Programm „Agrar-Bürgschaften“ haben der Verband Deutscher Bürgschaftsbanken in Berlin, die Landwirtschaftliche Rentenbank in Frankfurt zusammen mit dem Deutschen Bauernverband in Berlin entwickelt. „Die Geschäftsmodelle der Betriebe ändern sich. Das stellt die Landwirtschaft vor finanzielle Herausforderungen. ‚Agrar-Bürgschaften‘ bieten neue Unterstützungsmöglichkeiten und die werden gebraucht“, sagt Joachim Rukwied, Präsident des Landesbauernverbands Baden-Württemberg und des Deutschen Bauernverbands. „Die Einführung der im gewerblichen Bereich etablierten Bürgschaften für die Agrarwirtschaft ist ein positives Signal für Landwirte“, so Rukwied.

Details zu den „Agrar-Bürgschaften“ gibt es hier http://www.buergschaftsbank.de/buergschaftsbank/fuer-kreditinstitute/programme/detailansicht/item/39-agrar-buergschaft sowie unter www.agrar-buergschaft.de

Hier geht's direkt zum Antrag: Hausbanken können für ihre Kunden in Baden-Württemberg den Antrag auf Agrar-Bürgschaft direkt hier stellen.

Details zu eingebundenen Institutionen der EU finden Sie hier: www.vdb-info.de

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