02.09.2019

Nachfolger im Mittelstand gesucht

Baden-Württemberg wird – wie ganz Deutschland – immer älter. Niedrige Geburtenraten und die steigende Lebenserwartung treiben das Durchschnittsalter nach oben. Daher suchen immer mehr mittelständische Unternehmen einen Übernehmer, so der Nachfolgemonitor, den der Verband Deutscher Bürgschaftsbanken, Creditreform Rating und die FOM Hochschule für Oekonomie & Management im September gemeinsam veröffentlichen. Der demografische Wandel spiegelt sich auch in den Genehmigungen und im Finanzierungsvolumen der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg wieder.

Stuttgart, 3. September 2019. Die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg hat im vergangenen Jahr 506 Übernahmen mit einem Volumen von 139 Millionen Euro genehmigt. „Wir beobachten bei der Kreditwirtschaft ein erhöhtes  Interesse, uns bei der Finanzierung von Nachfolgen einzubinden, denn viele Übernehmer benötigen das Instrument Bürgschaften, um die aufgrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung gestiegenen Kaufpreise zu stemmen“, betont Guy Selbherr, Vorstand der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg und Vorsitzender des Verbands Deutscher Bürgschaftsbanken. Dieser Trend dürfte sich auch in den kommenden Jahren weiter fortsetzen, denn Baden-Württemberg stellt nach Nordrhein-West¬falen und Bayern mit circa 387.000 aktiven Unterneh¬men die drittgrößte Gruppe von Betrieben. Außerdem sind in Baden-Württemberg, wie der Nachfolgemonitor darstellt, über 30 Prozent der Unternehmer aktuell über 60 Jahre und 17 Prozent über 65 Jahre alt. Damit rangiert der Südwesten im Bundesländervergleich nach Bremen auf Platz zwei. Laut Nachfolgemonitor liegt das Durchschnittsalter der Übergebenden in Baden-Württemberg bei 62,1 Jahren und das Höchstalter bei stolzen 81 Jahren. In den Landkreisen Sigmaringen, Karlsruhe und Heilbronn beläuft sich der Altersschnitt der Übergebenden auf über 68 Jahre. Die Übernehmenden in Baden-Württemberg sind wie in anderen Bundesländern auch durchschnittlich zwischen 30 und 40 Jahre alt.

Stuttgart ist spitze
Innerhalb von Baden-Württemberg ist die Nachfolgeaktivität in den einzelnen Landkreisen dabei unterschiedlich stark ausgeprägt. Die Regionen um die Landeshauptstadt Stuttgart und der Südliche Oberrhein führen dabei die Liste der stärksten Nachfolgeaktivitäten an.

In Baden-Württemberg kommen die Übernehmenden in circa einem Drittel aller Fälle nicht aus dem gleichen Landkreis, in dem sich das Unternehmen befindet, nur circa sechs Prozent stammen aber aus einem anderen Bundesland. Die Herkunft des Über¬nehmenden kann verschiedene Gründe haben. Allerdings kann die relativ hohe Anzahl von Übernehmenden aus anderen Landkreisen im Zusammenhang mit dem hohen Durchschnittsalter der Übergebenden auch als Indiz für Schwierigkeiten bei der Nachfolgersuche gewertet werden. Insbesondere kleinere Betriebe haben es oft schwer, einen geeigneten Übernehmer zu finden.

Hoher Frauenanteil im Südwesten
Wie in Deutschland insgesamt ist auch in Baden-Württemberg der relative weibliche Anteil an Nachfolgern zwischen 20 und 29 Jahren bezogen auf die einzelnen Dekaden größer als derjenige der Männer. Außerdem liegt hier in einigen der Landkreise mit hoher Nachfolgeaktivität der Anteil der Übernehmerinnen deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Die Nachfolgerinnenquote erreicht in Konstanz und Ludwigsburg sogar die 30-Prozent-Marke und befindet sich damit auf dem Niveau der Quote der Frauen in Führungspositionen.

„Der Nachfolgemonitor belegt die zunehmende Bedeutung  aber auch die Herausforderung für den Standort Baden-Württemberg. Aufgrund von Vollbeschäftigung sind in stärkerem Maße Frauen sowie Übernehmer/innen aus anderen Bundesländern und dem Ausland zu mobilisieren. Gelingen die Nachfolgen, sichern wir die Betriebe und deren Arbeitsplätze auch für die Zukunft. Daher ist es  wichtig, dass wir diesen Transfer mit den maßgeschneiderten Förderangeboten der Bürgschaftsbank  und der L-Bank bestmöglich unterstützen. Darüber hinaus leisten wir mit dem Beteiligungskapital der MBG und unseren Bürgschaften in enger Partnerschaft mit der L-Bank, die attraktive Förderdarlehen für diese Zielgruppe anbietet, bereits einen wichtigen Beitrag dazu“, so Guy Selbherr.

Die Pressemitteilung des Verbands Deutscher Bürgschaftsbanken finden Sie unter: www.vdb-info.de/aktuelles.
Den Nachfolgemonitor finden Sie unter: www.nachfolgemonitor.de.

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