Creapaper GmbH - Heu statt Holz

Uwe D’Agnone hat schon lange erfolgreich innovative Papierprodukte hergestellt. Vor ein paar Jahren ließ ihn eine Frage – inspiriert durch einen TV-Beitrag – nicht mehr los: Wie stellt man Papier nachhaltig her? Denn trotz Digitalisierung steigt der Bedarf an Papier beispielsweise in Form von Verpackung durch den Online-Handel. Rohstoffe für diese Verpackungen sind Holz und Altpapier. Doch gerade in diesem Bereich ist Altpapier dauerhaft keine Lösung, da es nicht unendlich im Recyclingkreislauf wiederverwendet werden kann.

Außerdem bringt es aus ökologischer Sicht noch weitere Nachteile mit sich: zum Beispiel abgeholzte Flächen sowie lange Transportwege, teilweise von Kontinent zu Kontinent. Bei der Verarbeitung müssen zudem riesige Mengen Wasser und Chemie eingesetzt werden, verbunden mit einem hohen Energieverbrauch und dem daraus resultierenden CO2-Ausstoß. Der Grund dafür ist, dass Bäume in die Höhe wachsen. Damit sie dies können, ist Lignin erforderlich. Kurz gesagt: Lignin verleiht ihnen die notwendige Stabilität, da es die Zellen verholzt. Bei der Papierherstellung muss dieses Lignin allerdings in einem Chemiebad aufwendig entfernt werden. Alleine dabei werden beispielsweise 6.000 Liter Wasser pro Tonne Papier verbraucht.

„Wenn alles, was hoch wächst, Lignin enthält, dann nehmen wir doch etwas, das flach wächst“ dachte sich Uwe D’Agnone, Gründer und Geschäftsführer der Creapaper GmbH. Gesagt, getan: Er begann Papier aus Gras bzw. Heu zu produzieren und entwickelte darüber hinaus für die Nutzung in der Papierindustrie ein umweltschonendes Verfahren.

„Gras eignet sich besonders dafür, da es überall angebaut werden kann, schneller wächst als Holz, kurzfristig zu beschaffen ist und beim Verarbeiten zu Papier keine Chemie und weniger Energie verbraucht. Und vor allen Dingen werden 6.000 Liter Wasser pro Tonne Zellstoff eingespart“, betont D‘Agnone. Und der Erfolg gibt ihm Recht: Gemeinsam mit der Papierindustrie hat er bereits eine große Palette an Papierprodukten hergestellt, wie beispielsweise Wellpappe, Faltschachteln, Briefumschläge und Broschüren. Seit 2015 wurde in kommerziellen Anwendungen durch Großkonzerne die Tauglichkeit dieser Innovation getestet. Mittlerweile gehören namhafte Lebensmittelhersteller und Einzelhändler zu den Kunden von Creapaper. Und die Herstellung von Papier aus Gras ist zudem international patentiert.

Stand heute könnten bis zu 50 Prozent des bislang eingesetzten Holzzellstoffs ersetzt werden. Damit ginge bei der Rohstoffproduktion eine CO2-Reduktion um 75 Prozent einher. Die Idee der nachhaltigen Papieralternative aus Gras konnte 2017 auch bei der Jury des KfW Award Gründen punkten und setzte sich als Bundessieger durch. Und auch Investoren überzeugte die zukunftsweisende Idee. „Dank der Unterstützung der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg bei der Anschaffung einer modernen Produktionsanlage können wir unsere Aktivitäten weiter ausbauen und der Nachfrage unserer Kunden nach „grünem“ Papier gerecht werden“, sagt D’Agnone.

Creapaper GmbH

Beteiligte: Volksbank in der Ortenau l L-Bank l Bürgschaftsbank Baden-Württemberg
Finanziert mit: Ressourceneffizienzfinanzierung/ InnovFin70 mit 70-prozentiger Bürgschaft

2012 gegründet l 15 Mitarbeiter l
www.creapaper.de, www.graspapier.de

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